Bildung mit Weitblick in der Kurdistan Region im Irak – von Sipan Sedeek
Die Deutsche Schule Erbil (DSE) ist für viele eine noch eher unbekannte deutsche Auslandsschule. Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 hat sie sich jedoch zu einer festen Bildungsadresse in der Region Kurdistan im Irak entwickelt. Und sie verbindet deutsche Bildungsstandards mit internationaler Offenheit, Mehrsprachigkeit und einem klaren Blick auf die Zukunft.
209 Schüler und Schülerinnen besuchen die Schule samt Kindergarten, die von 21 Lehrkräften – darunter sind auch 4 ADLKs aus Deutschland – und 4 Erzieherinnen betreut werden.
Die DSE bietet den Gymnasialabschluss, den Real- und Hauptabschluss sowie das GIB an. Die Schülerzahlen sind zurzeit gleichbleibend.
Deutsche Prägung und internationale Anschlussfähigkeit
Viele Familien entscheiden sich für die DSE, weil sie ihren Kindern einen Bildungsweg mit deutscher Prägung und zugleich internationaler Anschlussfähigkeit ermöglicht. Die Schule bietet ein mehrsprachiges Umfeld, in dem Deutsch, Englisch, Kurdisch und Arabisch selbstverständlich zum Alltag gehören.
Dabei kommen die Kinder überwiegend aus dem Mittelstand; rund 80 Prozent stammen aus Rückkehrerfamilien. Der Großteil der Kinder ist entweder in Deutschland geboren oder hat zumindest einige Jahre dort die Schule besucht. Jedes Jahr gibt es Neuanmeldungen von deutsch-kurdischen Familien, die sich entschlossen haben, in den Irak auszuwandern beziehungsweise hierhin zurückzukehren. Hinzu kommt, dass es hier kaum deutsche Familien von in Irak tätigen deutschen Firmen gibt, die ihre Kinder an die Schule schicken würden.
Der Vorstand gewährt finanzschwachen Familien Schulgeldermäßigungen. Im Vergleich ist es die günstigste der IB-Schulen im Irak.

Grüne Schule
Ein Schwerpunkt der Deutschen Schule Erbil ist die Green-School-Initiative. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur im Unterricht behandelt, sondern erfahrbar gemacht. Auf dem Schulgelände gibt es ein Gewächshaus, hydroponische Anbausysteme und verschiedene Gartenprojekte. Hinzu kommen Kompostierung, Mülltrennung und das Pflanzen von Klassenbäumen. So lernen die Schülerinnen und Schüler früh, Verantwortung für Umwelt und Ressourcen zu übernehmen. Jede Klasse ist selbst verantwortlich für die Bewässerung, Düngung und das Beschneiden ihres Obstbaums. Dafür genießen die Kinder auch eigenständig die Ernte ihrer Mühen. Für dieses Engagement erhält die Schule nun auch das Siegel „Schools for Earth“.
Dieses Zertifikat wird von Greenpeace Deutschland an deutsche Schulen vergeben. Die DSE ist nach Nairobi erst die zweite deutsche Auslandsschule, die dieses Auszeichnung erhält. Gerade in einer Region, in der Fragen der Wasserknappheit und nachhaltige Entwicklung immer wichtiger werden, gewinnt dieser Ansatz besondere Bedeutung.




Künstliche Intelligenz schrittweise und pädagogisch verantwortet
Auch die Auseinandersetzung mit neuen Technologien gehört zum Zukunftsprofil der Schule. Für das Schuljahr 2026/27 plant die DSE, Künstliche Intelligenz schrittweise und pädagogisch verantwortet in Unterricht und Schulentwicklung einzubinden.
Die Deutsche Schule Erbil steht damit für eine moderne Form deutscher Auslandsschularbeit: international, zukunftsorientiert und zugleich eng mit ihrer Region verbunden.
Der Irak befindet sich in einem geopolitisch anspruchsvollen Teil der Welt, wobei die autonome Region Kurdistan im Norden des Landes mittlerweile als sicher und stabil gilt. Sogar angesichts des aktuellen Konflikts im benachbarten Iran und der Tatsache, dass us-amerikanische Jets und iranische Raketen den irakischen Luftraum überqueren, bleibt das Leben in Erbil weitgehend ungestört.
Zum Autor
Sipan Sedeek ist Vorstandsvorsitzender des Trägervereins der Deutschen Schule Erbil und engagiert sich ehrenamtlich für die strategische Weiterentwicklung der Schule mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Innovation und internationales Bildungsprofil.
www.dserbil.net Instagram: ds_erbil Kontakt: vorstand@dserbil.net