Verband Deutscher Lehrkräfte im Ausland

Kollegen in der Ukraine: „Bisher ein Tag Schule ausgefallen – am Tag des Kriegsbeginns“

Schulleiter der deutschen Schule Kiew, Willi Wrubel, berichtet aus dem Alltag im Krieg

An der deutschen Schule Kiew ist seit Kriegsbeginn lediglich ein Tag Schule ausgefallen. Schulleiter Willi Wrubel berichtete am Vormittag von der Arbeit im Kriegsgebiet. „Lediglich am 24. Februar 2022, dem Tag des Kriegsbeginns, durfte kein regulärer Unterricht stattfinden. Seitdem ist nicht ein Tag ausgefallen“, berichtet Wrubel.

Er selbst musste im Februar 2022 aus Sicherheitsgründen aus der Ukraine ausreisen. Das ist durch seinen Status als entsandte Lehrkraft (ADLK – Auslandsdienstlehrkraft) bedingt. Seitdem leitet er die Schule von Deutschland aus. „Ich bin besonders stolz, dass jeder Kollege und jede Kollegin im kommenden Schuljahr auch weiter für uns arbeiten wird. Trotz der enormen Belastungen hat niemand gekündigt. Ich konnte sogar neue KollegInnen gewinnen, die die Arbeit vor Ort in Präsenz oder Online gestalten“, so Wrubel weiter.

Der 37jährige betonte vor mehr als 100 Auslandslehrern und Vertretern der Presse die Leistung seiner KollegInnen vor Ort. Er hat sich trotzdem für das kommende Jahr vorgenommen, die Zahl der SchülerInnen zu verdoppeln.

Wrubel ist seit einem Jahr kommissarischer Schulleiter der Deutschen Schule Kiew. Sie wurde 2008 gegründet. Vor der russischen Invasion wurde sie von 177 SchülerInnen besucht. Von ehemals 39 LehrerInnen sind es jetzt noch 22, davon unterrichten 17 in Präsenz, die anderen im Online-Unterricht.

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