Gespräch des Vorstandes des VDLiA mit der Leitung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, 9. März 2026 in Bonn: An dem Gespräch nahmen teil von Seiten der ZfA: Heike Toledo, Peter Dicke, Susanne Eckhardt , Sophia Timm; Vorstand des VDLiA: Alfred Doster, Natascha Karacan, Dr. Thomas Lother, Konrad Neufeld. Die Leiterin der ZfA, Frau Toledo und ihr Team nahmen zu den von uns zuvor eingereichten Themenfeldern Stellung.
Umsetzungsbericht zum Masterplan
Der Umsetzungsbericht war bereits für 2025 vorgesehen, wird aufgrund der großen Umbrüche im Auswärtigen Amt erst in Kürze erscheinen.

Finanzierung
Frau Toledo führte aus, dass laut Koalitionsvertrag 8% der Personalkosten in der Bundesverwaltung eingespart werden müssen. Als einziger Kulturmittler bekomme die ZfA das gleichbleibende Budget.
Ausweitung des Auslandsschulnetzes nach geostrategischen Gesichtspunkten
Das AA poche auf eine interessengeleitete Außenpolitik auch als Grundlage bei der Finanzierung des Auslandsschulwesens. Das Auslandsschulnetz sei historisch gewachsen. Schulen, welche die geforderten Abschlüsse nicht schafften, seinen aus der Förderung gefallen oder laufen Gefahr diese zu verlieren. Herr Dicke wies darauf hin, dass man Schule für Schule geprüft habe, ob die Förderung noch im Bundesinteresse liege. Frau Toledo erwähnte auch die Installierung eines neuen Schultypus: „Schulcampus Deutsch“. Die ZfA erstelle die Zertifizierung. Die Schulträger bekämen aber weder Personal noch Geld.
Härtefälle
Der Vorstand des VDLiA sprach einige Härtefälle, wie z.B. den der DS La Paz an, wo der Vertrag einer ADLK nicht verlängert wurde. Dies habe, nach Auskunft der ZfA, nichts mit Einsparungsmaßnahmen zu tun, sondern das sei die konsequente Anwendung des Auslandsschulgesetzes. La Paz sei keine Ausnahme, sondern ein Automatismus analog dem Auslandsschulgesetz. Die Schule hat die Möglichkeit, die Stellen zu refinanzieren.
WICHTIG: Sogar ein laufender Vertrag kann immer mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten gekündigt werden!
Abitur
Die Prüfungsregionen sollen vergrößert werden. Das Zentralabitur soll in Deutschland erstellt werden und nicht mehr bei Treffen im Ausland entworfen werden.
Lehrkräfte
Herr Dicke führte aus, dass die Gewährung von Kindergeld eine Steuervorauszahlung und in etwa so hoch wie der Kinderfreibetrag sei. Insgesamt seinen ca. 800 Kinder im Auslandsschulwesen und davon ca. 400-500 im außereuropäischen Ausland betroffen.
Qualitätssicherung
Auch bei Vorbereitungslehrgängen und Fortbildungen werde Digitalität eine größere Rolle spielen.
Personalsituation
Die ostdeutschen Bundesländer entließen z.Z. faktisch keine Lehrkräfte mehr ins Ausland.
Ländergemeinschaften sollte die Minderleistung eines anderen Bundeslandes ausgleichen dürfen. Allerdings mahnten die Landesrechnungshöfe, dass das entsprechende Bundesland nicht zu viele LK freistellen dürfe. Die ZfA wünscht sich die Unterstützung des VDLiA in dieser Angelegenheit.
Der Vorstand des VDLiA bedankt sich für das offene und vertrauensvolle Gespräch mit dem Team der ZfA und setzt auch weiterhin auf eine konstruktive Zusammenarbeit.