Gastbeitrag von Uwe Paus
Im Jahr 2007erwuchs aus einem zufälligen Gespräch über den Gartenzaun hinweg zwischen einem damaligen VDLiA-Vorstand und meinem Vorgänger bei der ERGO ein zartes Pflänzlein in Form einer Kooperation zwischen dem VDLiA und der ERGO. Daraus ist in den vergangenen 20 Jahren eine starke und auf gegenseitigem Vertrauen aufbauende Partnerschaft entstanden.

Gemeinsam haben wir im Laufe der Jahre immer wieder neu eruiert, wo den aktiven Auslandslehrkräften der Schuh drückt und wie wir den VDLiA-Mitgliedern Unterstützung bieten können. Trotz der zunehmend globalisierten Welt wurden die potenziellen Hürden und Stolpersteine für die angehenden Auslandslehrkräfte nicht geringer, im Gegenteil: Bürokratismus und gesetzgeberische Reglementierungen schufen immer wieder neue Hürden, die die angehenden Auslandslehrkräfte vor Probleme und nicht selten auch vor die Frage stellten, ob man den Auslandsschuldienst überhaupt antreten könne.
Heute unterstützen wir sie und ihre Angehörigen bei vielen Problemfeldern, damit diese mit ruhigem Gewissen in den Auslandsschuldienst starten können, und helfen so dabei, dass sie oft freudestrahlend und mit einem Koffer voller schöner Erfahrungen zurückkehren können.
Versicherungen, Finanzen bis zur Privathaftpflicht
Seit 2007 unterstützen wir die Auslandslehrkräfte bei allen Fragestellungen zu Versicherungen und Finanzen, von der Privathaftpflicht über den Rechtsschutz und die Absicherung des in der Heimat verbleibenden Besitzstandes bis hin zur grundlegenden Existenzsicherung der eigenen Person und der Familie durch Krankenversicherung, Unfallabsicherung oder die Absicherung von Todesfällen.
Nach 20 Jahren ist ein wenig Lob angebracht
Über all die Jahre hinweg war die Krankenversicherung eine der größten Herausforderungen für die Lehrkräfte – egal, ob es um ADLK, PLK oder Ortslehrkräfte ging. Immer weniger deutsche Versicherer waren in der Lage, die Auslandslehrkräfte und ihre Angehörigen zuverlässig während des Auslandsschuldienstes abzusichern. Für gesetzlich Versicherte war diese Problematik durchgehend noch größer, da einerseits die gesetzlichen Kassen per se im Ausland nicht leisten und gleichzeitig dort oftmals enorm viele Falschauskünfte kursierten, die in der Folge dazu führten, dass in den vergangenen 20 Jahren mehr als einmal zurückkehrenden Lehrkräften oder Angehörigen die Wiederaufnahme in die gesetzliche Krankenkasse verwehrt blieb.
Hier kann sich der VDLiA zum 20-jährigen Bestehen der Kooperation und insbesondere der Rahmenverträge zur Krankenversicherung kräftig selbst auf die Schulter klopfen.
Die VDLiA-Rahmenverträge zur Krankenversicherung waren es, die enorm vielen Auslandslehrkräften den Auslandsschuldienst überhaupt erst ermöglichten und ihnen in diversen Lebenssituationen wortwörtlich die Existenz, um nicht zu sagen das Leben, retteten.
Rahmenverträge bewähren sich langfristig
Der VDLiA hat damals enorm vorausschauend gehandelt und mit den Rahmenverträgen etwas geschaffen, das auch heute noch weltweit einmalig in seiner außerordentlichen Fokussierung auf die Bedürfnisse der Auslandslehrkräfte ist.
Von Zeit zu Zeit gab es natürlich auch Bestrebungen anderer Organisationen, ebenfalls ähnlich gestrickte Angebote für Auslandslehrkräfte zu entwickeln. Diese verschwanden jedoch meist sehr schnell wieder vom Markt oder fanden bei den Auslandslehrkräften keinen Anklang, weil sie ihren Bedürfnissen nicht gerecht wurden.
Persönliche Zusammenarbeit seit 14 Jahren
Seit 2012 begleite ich persönlich als Bindeglied die Auslandslehrkräfte auf ihren Wegen, und mich erfüllt es immer wieder mit tiefer Befriedigung, wenn wir zeigen können, welchen Wert diese Kooperation zwischen Versicherung und Interessenvertretung VDLiA für die Auslandslehrkräfte hat.
Natürlich gab es im Laufe der Zeit Höhen und auch Tiefen. Manchmal waren es einfache Stolpersteine, wenn zum Beispiel in manchen Ländern Arztrechnungen die Grundanforderungen nicht erfüllten und sich dadurch Erstattungen verzögerten, wenn neu eingeführte Technik nicht funktionierte oder, wie in jüngster Zeit, Krisenherde wie in der Ukraine oder in Palästina das Leben der Auslandslehrkräfte vor grundlegende Probleme stellten.
Individuelle Betreuung auf mehreren Kontinenten
Auf eines konnten sich die Auslandslehrkräfte bedingungslos verlassen: VDLiA, ERGO und die Rahmenverträge lassen sie nicht im Regen stehen, und Probleme waren dazu da, gelöst zu werden.
Ich konnte enorm viele freudige Lebenssituationen begleiten, die es, das kann man so sagen, ohne das deutsche Auslandsschulwesen nie gegeben hätte. Ebenso traf leider immer wieder mein Credo „Auch im Auslandsschuldienst geht das Leben mit all seinen Facetten weiter“ zu.
Gerade diese Situationen, in denen das Leben den Auslandslehrkräften unschöne Phasen bereithielt, waren es, die den besonderen Wert der Partnerschaft bewiesen und noch heute beweisen.
So begleiten wir aktuell einige hochdramatische Lebenssituationen von Auslandslehrkräften auf mehreren Kontinenten. Die Betroffenen können sich darauf verlassen, dass wir da sind, und sich auf ihre Genesung konzentrieren.
Steigende Kosten konnten bisher aufgefangen werden
In aller Munde sind aktuell die dramatisch steigenden Lebenshaltungskosten, die uns die heutigen Krisenzeiten bescheren. Auch die Krankenversicherer bleiben hiervon nicht verschont. In den vergangenen Jahren mussten sowohl gesetzlich Krankenversicherte als auch Privatversicherte deutliche, teils im zweistelligen Prozentbereich liegende Beitragssteigerungen hinnehmen.
Auch hier haben sich die VDLiA-Rahmenverträge für die Auslandslehrkräfte als Sicherheitsanker erwiesen. Während sämtliche deutschen wie internationalen Krankenversicherer in jährlicher Taktung Beiträge erhöhten, konnten wir in den Rahmenverträgen in den zurückliegenden zwei Jahren eine absolute Beitragsstabilität erreichen – und dies trotz der hohen medizinischen Inflationsraten und der sehr kostenintensiven Behandlungen, die es in den Rahmenverträgen gab.
Überschaubare Beitragsanpassung
Für das kommende Jahr jedoch wird es eine sehr überschaubare Beitragsanpassung der VDLiA-Rahmenverträge geben. Bei den Beihilfeberechtigten müssen die Beiträge im kommenden Jahr um 2 % angehoben werden, bei den Versicherten ohne Beihilfeanspruch werden es 5 % Anpassung.
Angesichts einer medizinischen Inflation von 10 % pro Jahr und der Tatsache, dass die VDLiA-Rahmenverträge auch Menschen bedingungslos absichern, die andernorts abgewiesen werden, ist diese Anpassung nach zwei Jahren Stabilität wiederum ein Beleg dafür, dass VDLiA und wir alles dafür tun, um den VDLiA-Mitgliedern zu helfen.
Für die aktiven Auslandslehrkräfte, die in den Rahmenverträgen krankenversichert sind, stellt sich die Situation im kommenden Jahr wie folgt dar:
- Versicherte ohne Beihilfe mit 100 % Absicherung: 517 € Beitrag/Monat
- Versicherte mit 50 % Beihilfe und 50 % Absicherung: 275 € Beitrag/Monat
- Versicherte mit 70 % Beihilfe und 30 % Absicherung: 167 € Beitrag/Monat
- Versicherte mit 80 % Beihilfe und 20 % Absicherung: 61 € Beitrag/Monat
Mit dieser sehr überschaubaren Anpassung stellen wir sicher, dass die Auslandslehrkräfte sich auch in Zukunft voll und ganz auf unsere Expertise verlassen können.
Gratulation und auf die nächsten 20 Jahre!
Ich gratuliere dem VDLiA, auch im Namen aller, die in den letzten 20 Jahren von seinem vorausschauenden Handeln profitiert haben, zum 20-jährigen Jubiläum und freue mich darauf, noch weitere 20 Jahre „immer ein Stück weit mit den Auslandslehrkräften in aller Herren Länder reisen zu dürfen“.
Dann allerdings werde ich persönlich das Rentenalter erreicht haben und den Staffelstab an jüngere Kollegen weitergeben müssen.