Am 3. März 2026 war ich zur Eröffnung der Tagung der Leiterinnen und Leiter der Deutschen Auslandsschulen im Auswärtigen Amt in Berlin eingeladen
Die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen durchgeführte Tagung dient traditionell als Forum für fachliche Fokussierung und Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Deutschen Auslandsschulwesen (DAS).
Das Grußwort sprach Frau Serap Güler, Staatministerin im Auswärtigen Amt (AA). Sie lobte die herausragende Arbeit der Kolleginnen und Kollegen an den Deutschen Auslandsschulen und versprach, dass sich das AA für diese ganz wichtige Säule Auswärtiger Politik in Zeiten geostrategischer Neuausrichtungen nachdrücklich einsetzen werde und für eine ausreichende Finanzierung bei den Haushältern kämpfen werde.




In diesem Zusammenhang wurde erwähnt, dass das AA plant, aus den nicht unerheblichen Einnahmen durch Visa-Gebühren, einen Teil für die Finanzierung der DAS zu verwenden.
Dass die DAS vor disruptiven Veränderungen steht, machte aber der von den beiden Schulleiter:innen Annedore Dierker (DS Athen) und Thorsten Knab (DS Tokjo) moderierte Austausch der drei verantwortlichen Institutionen deutlich.
Christina Beinhoff, die Abteilungsleiterin für “Kultur und Gesellschaft” im Auswärtigen Amt (AA) verwies auf den Masterplan, in dem klar umrissen wird, dass Bundesinteressen bei der Ausrichtung der DAS in den Vordergrund gerückt werden. D.h. die Anzahl der Absolvent:innen von DAS werden in Zukunft strikt als Messlatte für personelle und finanzielle Förderung angelegt, was zu Reduzierung von ADLK-Stellen und gänzlicher Einstellung der finanziellen Förderung führen kann. Gleichzeitig soll das Schulnetzwerk um neue Schulen, insbesondere in Indien, Zentralasien und Maghreb erweitert werde. Dies werden in der Regel Schulen mit Gemischtsprachigen Internationalem Baccalaureat (GiB-Schulen) sein, die mit erheblich weniger personellem und finanziellem Aufwand betrieben werden können. Dennoch wird es dadurch eine Verschiebung nicht nur von Standorten, sondern auch von personellen und sächlichen Mitteln geben. Ersten Deutschen Auslandsschulen wurden ADLK-Stellen gestrichen, da sie nicht die vorgegeben Abschlusszahlen von Prüflingen erreichten.
Des Weiteren erwähnte Frau Beinhoff ein Pilotprojekt „Schulcampus Deutsch“. Diese neue Schulkategorie soll in Verbindung mit Sprachdiplomschulen (DSD-Schulen) erfolgen und ohne Finanzierung aus dem Schulfonds auskommen. Mit der ZfA seinen bereits zehn Pilotprojekte abgesprochen (Der Vorstand des VDLiA wird demnächst bei der ZfA Näheres zu diesem Pilotprojekt erfragen und unsere Mitglieder informieren).
Frau Toledo, Leiterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), erläuterte, dass der Anstieg der Personalkosten für Auslandslehrkräfte, bedingt durch die Koppelung der Gehälter an die inländische Lohnentwicklung, inzwischen 80% des Budgets ausmachen würde. Daher sei es zwingend erforderlich gewesen, z.B. durch den ersatzlosen Abbau aller 16 Prozessbegleiterstellen sowie die Umstellung von Fort- und Weiterbildung auf Online-Formate (so werden z.B. DFU-Unterrichtsstunden auf Video aufgenommen und zum Selbststudium an zukünftige Auslandslehrer zum Selbststudium verschickt) Einsparungen vorzunehmen.
Herr Thomas Mayer, Vorsitzender des Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA), wurde nach der Arbeitsmarktsituation der Lehrkräfte im Ausland befragt. Er führte aus, dass zurzeit ca. 2.000 Lehrkräfte im Einsatz seien. Beim Aufbau neuer Schulen müssten aber unbedingt neue Bedarfe ermittelt werden. Eine Dynamisierung der Haushaltsmittel seinen dafür unerlässlich.
Hinsichtlich der Qualitätssicherung versprach Herr Mayer ein Papier zu Digitalität und neuen Prüfungsformaten. Dies soll bereits im März veröffentlicht werden.
Nach Wünschen befragt, wünscht sich Herr Mayer (BLASchA) eine bessere „Vermarktung“ der deutschen schulischen Qualität, Frau Toledo (ZfA) mehr Mut und Frau Beinhoff (AA) ein sichtbares „Team Deutschland“.